{"id":1773,"date":"2013-02-06T11:14:36","date_gmt":"2013-02-06T11:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/d800fotos.wordpress.com\/?p=6"},"modified":"2013-02-06T11:14:36","modified_gmt":"2013-02-06T11:14:36","slug":"die-bedrohte-schonheit-der-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/?p=1773","title":{"rendered":"Indochina &#8211; Die bedrohte Sch\u00f6nheit der Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p><b><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_0522_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-137\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_0522_1920.jpg?w=584\" alt=\"VGO_0522_1920\" width=\"584\" height=\"389\" \/><\/a><\/b><\/p>\n<p><b>Reisebericht: Eine Reise nach Vietnam, Singapur, Kambodscha &#8211; eine Ann\u00e4herung<\/b><\/p>\n<p><em>Viele meiner Fotos sind auf Reisen entstanden. Dieses Mal nach Indochina. Die Bilder dazu gibt es <a title=\"D800Fotos\" href=\"http:\/\/www.800fotos.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>. Den Bildband als Buch kann man <a title=\"Buch bei Lulu bestellen\" href=\"http:\/\/www.lulu.com\/shop\/edith-gottwald-and-volker-gottwald\/indochina-reise-nach-vietnam-kambodscha-und-singapur\/hardcover\/product-22114042.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> bestellen.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Asien nach unseren Reisen nach China, Korea und Indien aus einer anderen Perspektive kennenzulernen, hat uns bewogen eine Privatreise nach Vietnam und Kambodscha zu machen. Da wir keine Backpacker sind und den Komfort durchaus sch\u00e4tzen, schien uns eine Reise mit privatem F\u00fchrer die intensivste und f\u00fcr uns komfortabelste Form das Land zu bereisen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h1>Vietnam<\/h1>\n<p>Klar war uns auch, dass wir nur Eindr\u00fccke aufnehmen k\u00f6nnen, eine ersch\u00f6pfende Kenntnis des Landes bleibt uns nat\u00fcrlich verwehrt. Wenn der Tourismus in dieser komfortablen Form in einem Land m\u00f6glich ist, bedeutet das nat\u00fcrlich auch, dass der Massentourismus mit seinen Segnungen aber vor allen Dingen auch mit seinen Schattenseiten schon Einzug gehalten hat. Eine \u00d6ffnung f\u00fcr den Weltmarkt nur mit den Vorteilen zu erwarten ist Illusion, das Land muss bezahlen mit dem Import westlicher, auch dekadenter Konzepte und Verhaltensweisen, die Missachtung der \u00f6kologischen Vielfalt steigt und Verlust der kulturellen Besonderheiten droht. In der Hoffnung, dass dieser Prozess noch nicht alles Besondere vernichtet hat, die kulturellen und sonstigen Sch\u00f6nheiten noch zu finden sind, haben wir uns auf den Weg gemacht.<\/p>\n<p>Ziel war auch, nachzusp\u00fcren, wie sich die Kultur auf das Denken und F\u00fchlen der Menschen auswirkt und was der Fortschritt schon ausgel\u00f6scht hat. Die Vorstellung, dass das Leben durch das Karma vorbestimmt, nur begrenzt vom Einzelnen beeinflusst werden will und kann und eine Reinkarnation auf geistiger Ebene erfolgen wird, variiert nur begrenzt in der Auspr\u00e4gung der vorherrschenden Religionen: dem Buddhismus, dem Hinduismus, dem Taoismus, dem Konfuzianismus und diversen animistischen Urreligionen. Auch der Katholizismus, von den Franzosen ins Land gebracht, hat seinen Platz gefunden. Man hat manchmal den Eindruck, es k\u00f6nnte sich alles vermischen und alles betet zu der gerade zust\u00e4ndigen Gottheit. Allen Richtungen gemeinsam ist eine Ahnenverehrung, die an vielen Pl\u00e4tzen greifbar wird sowohl im privaten als auch in den verschiedenen Tempeln.<\/p>\n<p>Mit dieser Geisteshaltung geht ein eigentlich freundlicher Umgang der Menschen untereinander einher, umso verst\u00f6render sind die erst in j\u00fcngster Geschichte in Vietnam und Kambodscha stattgefundenen Kriege und B\u00fcrgerkriege, die mit einer unvorstellbaren Brutalit\u00e4t Menschen Millionen von Menschen aus unterschiedlichen Motiven hingemetzelt haben. In Vietnam liegt dieser Krieg, den sie \u201ethe american war\u201c nennen, 40 Jahre zur\u00fcck, war aber gefolgt von heftigen Umerziehungsma\u00dfnahmen in S\u00fcdvietnam bis 1995 mit den Beitritt zur Asean erste wirtschaftliche Reformen eingeleitet wurden. Wie die Amerikaner jemals die Vorstellung entwickelten, einen Krieg in einem agrarisch dominierten Land mit einem schmalen K\u00fcstenstreifen mit wenigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten, einem von Dschungel bewachsenen tropischen Delta und einem dicht bewaldeten Hinterland gewinnen zu k\u00f6nnen, geh\u00f6rt f\u00fcr mich zu den R\u00e4tseln der Zeit.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass in S\u00fcdvietnam die Familien noch eingeteilt werden in \u201eVietcong\u201c Familien und S\u00fcdvietnamesen. Es gibt auch Wahrheiten, insbesondere die Kriegsverbrechen der Vietcong, die aus ideologischen Gr\u00fcnden nicht zur Kenntnis genommen werden d\u00fcrfen. Diese Br\u00fcche in der Gesellschaft werden, wie wir Deutschen aus eigener Erfahrung wissen, noch viele Jahrzehnte zur Aufarbeitung brauchen. Wie in Deutschland der sechziger Jahre hat man auch hier den Eindruck, dass ein R\u00fcckw\u00e4rtsschauen vermieden wird und der Glaube vorherrscht, nach vorne in eine bessere Zukunft zu sehen sei m\u00f6glich ohne die Vergangenheit zu akzeptieren und zu bearbeiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_27\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_0669_800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-27\" class=\"size-large wp-image-27\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_0669_800.jpg?w=584\" alt=\"Moderne Madonna\" width=\"584\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_0669_800.jpg 800w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_0669_800-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_0669_800-768x513.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-27\" class=\"wp-caption-text\">Eine Mutter mit Kind am Abend in den Stra\u00dfen von Hoi An.<\/p><\/div>\n<p>Wir haben mit einem Deutschen s\u00fcdvietnamesischer Herkunft ein langes und intensives Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt. Er k\u00e4mpfte gegen die Vietcong, kam in Kriegsgefangenschaft und floh als 28-j\u00e4hriger als \u201eboat-people\u201c 1978 nach Deutschland. Die Kriegserlebnisse sind traumatisch verschlossen, als er dar\u00fcber sprach, verh\u00e4rteten sich seine Gesichtsz\u00fcge und er sagte nur: \u201eUnvorstellbares erlebt\u201c. Auff\u00e4llig ist bei Reise durchs Land, dass es zumindest in Mittelvietnam in der K\u00fcstenregion relativ wenig \u00e4ltere Menschen gibt, im Delta trifft man ein paar mehr. Mehrfach wurde uns eindringlich erz\u00e4hlt, dass die Chinesen nicht geliebt werden. Sie werden als Hegemonialmacht und Bedrohung erlebt und die Furcht vor ein \u201eVereinnahmung\u201c ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Vietnam ist ein Land mit einer nicht homogenen Bev\u00f6lkerungsstruktur, geschichtlich sind es verschiedene Volksst\u00e4mme, im Norden Chinesen, in der Mitte malaiische St\u00e4mme und Cham und im S\u00fcden Khmer, die aus politischen Gr\u00fcnden zu einer Nation zusammengefasst wurden. Die Ver\u00e4nderung in Mittelvietnam, in Saigon und im S\u00fcden von einer alles bestimmenden staatlichen Planwirtschaft mit vielen Irrt\u00fcmern mit katastrophalen Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in ein moderat ge\u00f6ffnetes Ein-Parteien-System ist greifbar. Aber er scheint, dass die Fehler, die in anderen Entwicklungsl\u00e4ndern schon gemacht wurden, sich auch hier wiederholen: ein Wachstum des Individualverkehrs, die Missachtung der \u00d6kologie bzw. Entwicklung auf Kosten der \u00d6kologie, dramatische Missst\u00e4nde in der Infrastruktur, gro\u00dfe Anstrengungen in der Bildung, aber vornehmlich Anstrengungen, was f\u00fcr ein noch Agrarland auch kein Wunder ist. Die Er\u00f6ffnung einer Universit\u00e4t mit Deutschland als Partner zeigt zumindest die Einsicht in die Entwicklungsdefizite in Forschung und Wissenschaft. Die Mengen von Fahrradfahrern sind bereits durch Motoradfahrer ersetzt und alle werden ein Auto wollen, sobald ihre finanziellen Verh\u00e4ltnisse es gestatten. Es gibt die \u201eBoom-Towns\u201c Danang und Saigon, Hanoi soll sich nach Erz\u00e4hlungen anderer Reisenden noch in einem den Zust\u00e4nden in der Endzeit der DDR vergleichbaren gel\u00e4hmten Zustand befinden. Demgegen\u00fcber steht ein Boom der touristischen Infrastruktur, die sich auf hohem Niveau entwickelt mit ausl\u00e4ndischen Investoren und vietnamesischen Partnern. Nur Vietnamesen d\u00fcrfen Eigentum an Grund und Boden erwerben. Wie das umgangen wird? Ein Ausl\u00e4nder heiratet kurzerhand eine Vietnamesin und alles geht. Wenn das nicht helfen sollte, gibt es immer noch die \u00fcberbordende Korruption, an der das Land zu ersticken droht. Rechtssicherheit f\u00fcr Ausl\u00e4nder wird es wahrscheinlich vorerst nicht geben.<\/p>\n<p>Was macht die Faszination dieses Landes aus? Genau das Vorstehende, das Widerspr\u00fcchliche, das Fortschrittliche, das einfache Landleben mit den Ressourcen der \u00fcberaus reichen Natur, die moderne Technik, der aufbl\u00fchende private Handel und der Tourismus. Dazu kommt die wunderbare Landschaft in vier Klimazonen, die reiche Geschichte, die in den alten Tempeln zum Beispiel der Cham-Kultur greifbar wird, den Tempeln der verschiedenen Religionen und der greifbaren Religiosit\u00e4t der Menschen, der freundlichen Art und das Beobachten einer ruralen Kultur, die sich im Schnellschritt in eine Mediengesellschaft verwandelt. Es ist nicht zu glauben, aber selbst im Mekong Delta mitten auf dem Fluss gibt es fl\u00e4chendeckendes WiFi. Alles telefoniert und spielt mit IPad und IPod rum. Die Begeisterung f\u00fcr die neue Technik ist umfassend und es ist anzunehmen, dass die Informationen, die auf diese Weise ins Land flie\u00dfen, nicht mehr abgestellt und r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnen. Wir haben Menschen auf dem vollbeladenen Motorrad gesehen, die eine beeindruckende Menge von Dingen in abenteuerlicher Stapelung transportieren aber immer noch eine Hand zum Telefonieren frei haben. Hoffen wir, dass diese \u201eGeister, die zugelassen wurden\u201c nicht mehr mit Gewalt vertrieben werden sondern in eine moderate \u00d6ffnung und Entwicklung und Bewahrung der kulturellen Identit\u00e4t m\u00fcnden.<\/p>\n<p>Aufgefallen ist uns, dass wir sehr wenige V\u00f6gel gesehen haben, sowohl in Zentralvietnam als auch im Delta. Der gigantische \u00d6kozid, der mit dem Verspr\u00fchen des Agent Orange von dem Amerikanern begangen wurde, hat wie man heute wei\u00df, auch Langzeitwirkungen auf die Menschen. Die davon Betroffenen sehen Touristen nicht.<\/p>\n<p>Unser nat\u00fcrlich auch touristisches Programm haben wir mit Privatfahrer und F\u00fchrer erlebt. Nach einer Woche in einem der Luxus-Spa-Ressorts in Danang sind wir eingetaucht in das \u201eFreilichtmuseum\u201c Hoi An, eine alte Fischerstadt, die zu einem Zentrum f\u00fcr Touristen ausgebaut wurde und alles bietet, was Touristen so machen: pittoreske H\u00e4user (trotzdem interessant, da es sogenannte Tunnelh\u00e4user gibt, die an der Stra\u00dfenseite zwar schmal aber sich in die Tiefe bis zur Parallelstra\u00dfe erstrecken) und M\u00e4rkte mit allem, was in der die Region w\u00e4chst, Restaurants und Schneider, die innerhalb eines Tages den Touristen Bekleidung aller Art auf den Leib schneidern, H\u00e4ndler, die alles anbieten, was man so kaufen kann. Um das Geldausgeben so einfach wie m\u00f6glich zu machen, ist in diesem kommunistischen Land eine Zweitw\u00e4hrung, n\u00e4mlich der Dollar, Gang und gebe. Manche Restaurants zeichnen gleich in Dollar aus, die Landesw\u00e4hrung spielt hier keine Rolle mehr. Gildenh\u00e4user der fr\u00fcheren chinesischen, japanischen H\u00e4ndler und der Kolonialmacht Frankreich, die japanische Br\u00fccke, die mit Statuen die Jahre ihrer Entstehung offenbart: vom Jahr des Affen bis zum Jahr des Hundes, buddhistische und konfuzianische Tempel, ein alter Brunnen, der immer noch das beste Wasser der ganzen Gegend liefert. Bettler gibt es nahezu keine, man sieht auch keine Kriegsverletzten, alle sind freundlich, alles handelt und freut sich \u00fcber die private Entwicklungshilfe der herbeistr\u00f6menden Touristen. Diese Stadt hat mit dem wirklichen Leben nicht viel zu tun.<\/p>\n<p>My Son, das alte religi\u00f6se Zentrum der Cham rund 40km von Hoi An entfernt, vorbei an D\u00f6rfern und Reisfeldern, wurde erst 1898 von einem Franzosen wiederentdeckt und in der Folge dem Dschungel entrissen. Die Reisfelder: sowohl in Zentralvietnam als auch im Delta wird dreimal im Jahr geerntet. In Zentralvietnam wurde gerade geflutet, gepfl\u00fcgt, vorwiegend noch mit Wasserb\u00fcffeln, und gepflanzt, im Delta waren viele Felder gerade geerntet worden. Diese Reisfelder sind landschaftspr\u00e4gend: sie sind so unglaublich gr\u00fcn. Innerhalb von 20 Tagen w\u00e4chst Reis, wie wir gelernt haben, eine Handbreit hoch. Die Monumente, die oft mitten in Reisfeldern stehen, sind S\u00e4rge. Sie sollen die Felder besch\u00fctzen und dienen auch dem Ahnenkult. Die im vierten Jahrhundert errichteten Tempel von My Son wurden aus Holz gebaut und verfielen, ab ca. dem 7. Jahrhundert und die folgenden 500 Jahre wurde mit \u201eBricks\u201c gebaut. Unser F\u00fchrer erz\u00e4hlte, dass die Ziegel ohne Bindemittel aufeinandergeschichtet wurden und dann im Ganzen gebrannt. Im Vietnamkrieg wurde rund zwei Drittel der Tempel zerst\u00f6rt. Zur\u00fcckgeblieben sind trotz der Zerst\u00f6rung, der Biofilme und des Bewuchses auf den Bauwerken, eindrucksvolle Zeugnisse einer vergangenen Kultur mit einem deutlich erkennbaren Bauplan in einem traumhaft sch\u00f6nen Tal.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_1354_800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-32\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_1354_800.jpg?w=584\" alt=\"VGO_1354_800\" width=\"584\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_1354_800.jpg 800w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_1354_800-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_1354_800-768x513.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann der Wolkenpass: Von Danang aus nordw\u00e4rts folgt man der serpentinenreichen Stra\u00dfe bis zum Pass mit atemberaubenden Ausblicken und f\u00e4hrt dann an der fruchtbare Lagunen von Lang Co durch ein Gebiet mit teilweise katholischer Bev\u00f6lkerung bis nach Hue. Dort sind die Zitadelle und die K\u00f6nigsstadt, nach dem Vorbild der verbotenen Stadt in Peking errichtet, hervorragende Zeugnisse der an der Geomantie und einer absolut symmetrischen, chinesischen Vorbildern folgenden Bauweise mit den markanten Walm, Fu\u00dfwalm- und Parallel- Satteld\u00e4chern, die mit gebrannten und glasierten Ziegeln gedeckt sind. Der Palast wurde im 18. Jahrhundert erbaut und diente K\u00f6nigen bis 1933 als Wohnstadt. Der Palast ist Weltkulturerbe, mit Unterst\u00fctzung der UNESCO restauriert und wiederhergestellt, zeigt aber im Innern der Purpurnen Stadt starke Zerst\u00f6rung des Krieges, dem ganze Geb\u00e4ude zum Opfer gefallen sind. Die Faszination dieser Anlage ist die vollendete Symmetrie, die an einer zentralen Achse ausgerichtet ist. Alle Geb\u00e4ude sind quadratisch oder rechteckig und strahlen eine gro\u00dfe Harmonie aus, die durch die vielen mythologischen Dekorationen, die Farbgebung und den Einsatz von Wasserfl\u00e4chen und G\u00e4rten als ummauerter Raum noch unterstrichen werden. Der Palast stellt sich mir als zu Stein gewordenes Abbild des Strebens nach h\u00f6chster Harmonie und der vollst\u00e4ndigen Integration der F\u00fcnf Elemente (Erde, Wasser, Luft, Feuer und Metall) dar. Dann gibt es noch die Pagode, die nach einer christlichen Marienerz\u00e4hlungen \u00e4hnelnden Legende errichtet wurde und die nach einer Fahrt \u00fcber den Parf\u00fcmfluss erreicht wird und Grabanlagen von K\u00f6nigen, die dem gleichen prinzipiellen Bauplan wie die K\u00f6nigstadt folgen. Hier sind die bis zu f\u00fcnf Ebenen der Bauwerke, die zum Himmel streben, noch deutlicher als in der K\u00f6nigsstadt zu sehen. Diese Grabanlagen strahlen einen morbiden Charme aus und sind Oasen mit spiritueller Anmutung.<\/p>\n<p>Saigon ist f\u00fcr uns nur eine Station auf dem Weg zum Mekong-Delta, voll von Geschichte, boomend mit internationalen Hotels und Gesch\u00e4ften neben alten, d\u00f6rflichen Strukturen folgenden L\u00e4den und Gewerken.<\/p>\n<p>Nach vier Stunden Autofahrt von Saigon aus erreicht man in Can Tho den Anfangspunkt einer Flusskreuzfahrt, die nach eineinhalb Tagen auf dem Schiff in Cai Be endet. Dazwischen liegen Stunden auf dem m\u00e4chtigen Mekong, Fahrten durch Kan\u00e4le, der Besuch eines schwimmenden Marktes, eines Dorfes ohne Kanalisation und eines prachtvollen buddhistischen Tempels. Der H\u00f6hepunkt dieser Flussfahrt ist ohne Zweifel der Besuch einer kleinen Ansiedlung mitten im Marschland des Deltas, die nur mit dem Beiboot in einem Seitenarm erreicht werden konnte. Die dort lebenden Menschen leben fast archaisch von der Natur ohne erkennbare Infrastruktur in vielleicht paradiesischen, wenn auch sehr einfachen Lebensverh\u00e4ltnissen. Sie leben mit ihren Tieren, Schweinen, H\u00fchnern, Enten, V\u00f6geln, K\u00fchen und Fischen in h\u00e4uslicher Gemeinschaft. Die abstrakte Warnung der WHO vor Viren, die sich in solchen Gemeinschaften entwickeln k\u00f6nnen, wurde greifbar und verst\u00e4ndlich. Die n\u00e4chste Generation wird, falls sie Bildung erlangen, dieses Leben wahrscheinlich nicht mehr wollen. Der Guide kannte alle Gew\u00e4chse, wir a\u00dfen Fr\u00fcchte direkt vom Baum mit einem traumhaften Aroma, kauten Bl\u00e4tter, erahnten die F\u00fclle der verschwenderischen tropischen Natur. Das Delta des Mekong in seiner ganzen Ausbreitung sahen wir aus der Luft auf dem Flug von Saigon nach Singapur.<\/p>\n<p>Es gibt weder in Vietnam noch in Kambodscha eine vegetarische Kultur. Der Anteil der vegetarischen lebenden Hindus ist wahrscheinlich zu gering. Aber es ist keineswegs so, dass die Gen\u00fcsse der L\u00e4nder nicht vegetarisch abzubilden w\u00e4ren: Wenn verstanden worden war, dass wir weder Fleisch, noch Fisch noch irgendwelche Krustentiere essen, wurde der Fleischanteil entweder durch Tofu ersetzt oder weggelassen, was bei dem Khmer Curry nichts hat vermissen lassen. Die ber\u00fchmt ber\u00fcchtigte Fischsauce hat uns nicht gefehlt. Der Tofu in Vietnam war anders als der hier erh\u00e4ltliche und schmackhafter. Soviel Tofu haben wir noch nie hintereinander gegessen. Vegetarische R\u00f6llchen in Reisfladen mit Gem\u00fcse und scharfer W\u00fcrze lassen wirklich nichts vermissen. Die Dumplings waren der H\u00f6hepunkt in Singapur. Mit Spinat, Shitake Pilzen und Kaffir Lime gef\u00fcllt, ein Genuss!<\/p>\n<h1>Singapur Kontrastprogramm<\/h1>\n<p>Weltstadt, blitzblank, gr\u00fcn und tropisch. Beeindruckend und sch\u00f6n. Es gibt alles und noch viel mehr, nicht mehr billig. Am meisten beeindruckt hat mich das friedliche (ob nur \u00e4u\u00dferlich hat sich mir nicht erschlossen) Zusammenleben so vieler Ethnien und Religionen. Das Angebot von Fr\u00fcchten, Gem\u00fcsen, Gew\u00fcrzen, D\u00fcften ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Der Geschmack der Fr\u00fcchte, die es auch bei uns gibt, ist nicht vergleichbar: Mangos, Ananas und Papayas zum Beispiel sind Geschmackserlebnisse auf einem anderen Niveau. Und es gibt noch so viele andere \u2026 Der herausragende Eindruck: alles telefoniert oder spielt mit IPOD\/IPAD nahezu ununterbrochen. Wir haben gesehen: Marina Bay, Birds Park, MacRichie Park mit Tree-Tops-Walk (32 Grad mit 100% Luftfeuchtigkeit, gab es noch was anderes als kontinuierliches Dampfbad?), Holland, Botanischer Garten, Orchard Road, Habourfront, Arab Street und Chinatown, Little India.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_2373_800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-33\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_2373_800.jpg?w=584\" alt=\"VGO_2373_800\" width=\"584\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_2373_800.jpg 800w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_2373_800-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_2373_800-768x513.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<h1>Kambodscha<\/h1>\n<p>Wenn wir Vietnam als sich entwickelnde Volkswirtschaft einstufen, dann ist Kambodscha ein Entwicklungsland. Unser Bild von Kambodscha ist sehr l\u00fcckenhaft, da wir nur Siem Reap und einen Teil des Tonle Sap und die Umgebung gesehen haben, dazu noch mit einem Guide, der so schlecht englisch verstand, dass wir uns nicht unterhalten konnten. Das einzige, was wir herausbekommen haben, war, dass es nicht verheiratet ist, weil ihm das Geld fehlt (mehr als ein Jahresgehalt, ca. 1000$), die n\u00f6tig w\u00e4ren, um eine Frau zu \u201ekaufen\u201c. Gesehen haben wir einen Landesteil, der in Siem Reap eine touristische Infrastruktur aufbaut um die Menschenmassen, die Angkor Wat besuchen wollen, unterzubringen und zu unterhalten, aber abseits der Hauptstra\u00dfen sind auch in der Stadt die Stra\u00dfen Pisten, alles ist v\u00f6llig heruntergekommen und verdreckt, das Warenangebot \u2013 au\u00dfer f\u00fcr die Touristen nat\u00fcrlich, die in Dollar bezahlen \u2013 gering. Das erzeugt kein gutes Gef\u00fchl, obwohl die Menschen sehr freundlich sind. Einen Hauch des echten Lebens sieht man, wenn man die Tempel besucht, die die Volksfr\u00f6mmigkeit spiegeln und authentisch wirken, wo Menschen hinkommen, Blumen, Obst und R\u00e4ucherst\u00e4bchen opfern und hingebungsvoll beten. Der Spiegel dieser Touristenschwemme sind die bettelnden Kinder und die vielerorts aufgebauten St\u00e4nde, die das Mitleid und das \u201eschlechte Gef\u00fchl\u201c der Kehrseite dieser Tourismusschleusung nutzen. Prostitution und auch Kinderprostitution, wie man geh\u00f6rt hat, scheint gang und geben zu sein: meinem Bruder wurde nach Verlassen eines Restaurants mitten in der Stadt, als er mehrere Schritte vor uns her ging, sofort eine Frau angeboten.<\/p>\n<p>Die Roten Khmer wollten ab 1975 die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus \u00fcberf\u00fchren. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollst\u00e4ndige Vertreibung der Bev\u00f6lkerung der Hauptstadt Phnom Penh und m\u00fcndete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bev\u00f6lkerung, der mehr als zwei Millionen Kambodschaner zum Opfer fielen. Trotz ihrer Vertreibung durch vietnamesische Invasionstruppen l\u00f6sten sich die Roten Khmer, jetzt als Untergrundbewegung erst 1998 auf. Das Durchschnittsalter in Kambodscha liegt bei 23 Jahren. Erst 1999 trat Kambodscha in Asean ein und f\u00fchrt das Land mit einer Demokratischen Verfassung in einer konstitutionellen Monarchie. In der Zeit der Roten Khmer wuchs eine Generation ohne Bildung heran, die Menschen sind heute erst um die drei\u00dfig Jahre alt. An dieser Hypothek und dem Verlust der Generationenkontinuit\u00e4t wird das Land noch lange zu tragen haben, von der Aufarbeitung der unmenschlichen Verbrechen nicht zu reden.<\/p>\n<p>In Siem Reap, wo die Menschen im Tourismus Verdienstm\u00f6glichkeiten haben und dessen Lebensstandard bestimmt nicht dem des restlichen l\u00e4ndlichen Kambodschas gleicht, gibt es neben Fahrr\u00e4dern und Motorr\u00e4dern noch die Tuk-Tuks, die Touristen transportieren, ein sehr hoppeliges Unterfangen sobald die halsbrecherische Fahrt \u00fcber Pisten geht. Wir haben dies einmal am Abend von einem Restaurant zum Hotel zur\u00fcck benutzt, da der Weg durch die engen Stra\u00dfen uns in der Dunkelheit zu schmutzig war.<\/p>\n<p>Die Tempelanlagen: alle sind \u00fcberw\u00e4ltigend. Im wahrsten Sinne des Wortes gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Leider strahlen sie keine spirituelle Kraft mehr aus, die Masse der Touristen tritt sie buchst\u00e4blich in den Staub. Die Bauweise aller Tempelanlagen ist \u00e4hnlich, geometrisch, symmetrisch, an Achsen ausgerichtet, in bis zu f\u00fcnf Ebenen geschichtet. Die zentralen R\u00e4ume liegen innen, es sind keine Anlagen, die nach au\u00dfen strahlen, sondern geschlossene, nach au\u00dfen mit Mauern verschlossene St\u00e4tten des Gebets. Teilweise riesige Anlagen wie Angkor Wat und Angkor Thom, die in den verschiedenen Jahrhunderten, in denen sie entstanden die politische und religi\u00f6se Entwicklung der Khmer spiegeln: zuerst sind die Tempel den hinduistischen Gottheiten geweiht, Brahma, Vishnu und Shiva mit ihren G\u00f6tterhimmel und ihrer eigenen Ikonografie, sp\u00e4ter Buddha und dessen Ikonografie und Legenden. Die in den Sandstein gehauenen Apsaras, die Reliefw\u00e4nde, die Verzierungen und Darstellungen sind von beeindruckender Klasse, die Masse \u00fcbersteigert den Eindruck. Die fr\u00fchen Tempel waren wie in My Son Ziegelbauten, sp\u00e4ter wurden die Sandsteinbl\u00f6cke ohne M\u00f6rtel aufeinandergesetzt. F\u00fcr die Fundamente und Unterf\u00fctterung wurde Laterit benutzt, ein Ziegel mit hohem Eisen- und Quarzgehalt, der sich feucht gut bearbeiten l\u00e4sst und durch Lufttrockenheit steinhart wird. Die Stile der vielen Tempel in Angkor Wat und Umgebung variieren nat\u00fcrlich mit der Zeit, aber die Unterschiede erschlie\u00dfen sich erst beim genauen Hinsehen.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen, wenn die Masse der Touristen noch nicht ganz so gro\u00df ist, lassen die Tempelanlagen noch etwas von der Spiritualit\u00e4t ahnen, der sich umgeben haben muss aber sp\u00e4ter am Tag versinkt alles in der Masse an Japanern, Koreanern, Chinesen, Russen, Australiern und den bildungsbeflissenen Europ\u00e4ern. Die Macht des umgebenden Dschungels und die zerst\u00f6rende Kraft des Klimas ist \u00fcberall greifbar, die Biofilme haben alles im Griff, der Sandstein ist nicht hart genug, um die Jahrhunderte in tropischen Klima unbeschadet zu \u00fcberstehen und auch der Bauweise mag die Zerst\u00f6rung innewohnen. Vom 9. bis 13. Jahrhundert ist die intensive Besiedlung dieser Gegend nur mit einem ausgefeilten Wassermanagement vorstellbar.<\/p>\n<p>Die Tempelanlagen und die St\u00e4dte des Khmer Reiches wurden im 14. Jahrhundert wohl durch die geopolitischen Ver\u00e4nderungen und den Zusammenbruch der Wasserversorgung aufgegeben und fielen der Kraft des Dschungels anheim, der die Anlagen \u00fcberwucherte. Der Anblick von Ta Throm, wo die B\u00e4ume (vorwiegend W\u00fcrgefeigen (ficus virens) und Tetrameles nudiflora, ein Laubbaum mit relativ weichem Holz, der die imposanten Brettwurzeln bildet) nicht vollst\u00e4ndig entfernt wurden, zeigt in beeindruckender Weise, wie die Natur das vom Menschen Geschaffene zur\u00fcckholt. In diesem Tempel und der teilweisen Restaurierung sind die Sch\u00f6nheit und Gro\u00dfartigkeit der urspr\u00fcnglichen Anlage am besten zu sehen. Gl\u00fccklicherweise gibt es unz\u00e4hlige Projekte von UNESCO und anderen Nationen, die Tempel von Angkor zu erhalten, zu sichern und zu restaurieren. Diese Ma\u00dfnahmen bed\u00fcrfen vieler internationaler Anstrengungen um diese einmaligen Kultursch\u00e4tze der Nachwelt zu erhalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_3675_800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-34\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2013\/02\/vgo_3675_800.jpg?w=389\" alt=\"VGO_3675_800\" width=\"389\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_3675_800.jpg 534w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/vgo_3675_800-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die herausragenden Statuen und die feinsten Sandsteinarbeiten haben wir im Angkor National Museum gesehen, wo sich die Ikonografie und die Architektur durch die Aufbereitung gut erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>In der Umgebung von Siem Rap liegt der legend\u00e4re See Tonle Sap, dessen Wasser die Lebensgrundlage der ganzen Gegend bildet. Von Norden wird der See durch mehrere Zufl\u00fcsse gespeist, im S\u00fcden tritt der nach dem See benannte Tonle-Sap-Fluss aus, der in Phnom Penh in den Mekong m\u00fcndet. Jedes Jahr im Juni ist dort ein weltweit einzigartiges Naturph\u00e4nomen zu beobachten. Der Mekong f\u00fchrt zu dieser Zeit auf Grund der Monsunregenf\u00e4lle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu vier Mal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Da Kambodscha ein gro\u00dfteils sehr flaches und ebenes Land ist, dr\u00e4ngt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, und dieser wechselt die Flie\u00dfrichtung. Die Wassermassen dr\u00e4ngen zur\u00fcck in das Becken des Tonle Sap und f\u00fcllen den See, der dann bis zu f\u00fcnf Mal so tief ist. Der H\u00f6hepunkt der \u00dcberflutungen wird im September erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfl\u00e4che Kambodschas von Wasser bedeckt. Erst im November, wenn der Mekong wieder weniger Wasser f\u00fchrt, wechselt der Fluss erneut die Richtung, und das Wasser des Sees flie\u00dft langsam ab. Seit Jahrhunderten sind Fischfang und Reisanbau die wesentlichsten Wirtschaftszweige der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung Kambodschas. Beides wird vom j\u00e4hrlichen Rhythmus des Tonle Sap gepr\u00e4gt. Die Siedlungen sind traditionell schwimmende D\u00f6rfer.<\/p>\n<p>Nach einer Fahrt aus der Stadt Siem Reap heraus zuerst \u00fcber Stra\u00dfen, dann \u00fcber Pisten und schlie\u00dflich sehr bucklige, schmale Wege durchs Mangroven- und sonstige Dickicht , die nicht mehr gr\u00fcn sind, sondern durch den aufgewirbelten Staub von einem dunkelroten Schleier bedeckt, finden wir uns auf einem traditionellen Holzboot, gl\u00fccklicherweise mit einer \u00dcberdachung und einer abenteuerlichen Motorvorrichtung mit einem Lenkrad wie im Auto wieder. Dieses Boot f\u00e4hrt auf einem Zufluss zum See durch von Huminstoffen dunkelockerfarbenes Wasser, wirbelt das Wasser auf, das die teilweise bis zu den Schultern im Wasser stehenden Fischer dazu nutzen, hinter dem Boot ihr Netz ins Wasser zu schleudern.<\/p>\n<p>Diese Fahrt mutet an wie eine Zeitreise, abstrahiert man die Au\u00dfenbordmotoren und die Plastikflaschen, und zeichnet ein Bild von vielen jungen Menschen, die mit anmutigen Bewegungen ohne wesentliche Hilfsmittel ihre Mahlzeit fangen. Im Dickicht zu beiden Seiten des Zuflusses steigen Reiher auf, die Luft schwirrt von Ger\u00e4uschen, ist voll von sonnengetr\u00e4nkter F\u00fclle, man will nicht wissen, was in den \u00fcberschwemmten Dickichten alles kreucht und fleucht. Die Vorstellung von Krokodilen und Schlangen dr\u00e4ngt sich auf, der Eindruck einer archaischen Umgebung ist unmittelbar und stark. Ein ungutes Gef\u00fchl macht sich trotz der idyllischen Umgebung breit, als dann am Zufluss der See mit seinem hellockerfarbigen Wasser mit den schwimmenden D\u00f6rfern auftaucht, weil die Vorbeifahrenden die dort lebenden Menschen wie in einem Zoo betrachten. Einfachste Verschl\u00e4ge sind auf zusammengebundenen Binsen gebaut, manchmal mit Wellblech aber meistens auch mit Binsen gedeckt spendet ein Dach Schatten gegen die sengende Sonne. Neben der H\u00fctte f\u00fcr die Menschen gibt es Verschl\u00e4ge mit Schweinen und H\u00fchnern, auch Krokodile und Schildkr\u00f6ten werden in abgetrennten Bassins gehalten, was Gedanken an artgerechte Tierhaltung von uns Europ\u00e4ern erst gar nicht aufkommen l\u00e4sst. Hunde laufen auf den schwimmenden, und manchmal dicht aneinandergebauten einzelnen H\u00fctten herum, Babys werden daran gehindert, ins Wasser zu fallen, indem einfach eine Schnur zwischen zwei W\u00e4nde gespannt wird. Geschlafen wird auf Binsenmatten auf dem Boden oder in einer H\u00e4ngematte, schwebend \u00fcber den Wassern, aufgespannt zwischen den Pfosten der H\u00fctte. Gewaschen, gekocht und die Notdurft verrichtet, f\u00fcr alles steht der See, er liefert die Nahrung und entsorgt die \u00dcberreste. Mehrere Blechh\u00fctten nebeneinander sind im See verankert, gesponsert von einer Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation: die Schule.<\/p>\n<p>Die Menschen sind freundlich, laden die Touristen ein, ihr Leben zu sehen, die Kinder winken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisebericht: Eine Reise nach Vietnam, Singapur, Kambodscha &#8211; eine Ann\u00e4herung Viele meiner Fotos sind auf Reisen entstanden. Dieses Mal nach Indochina. Die Bilder dazu gibt es hier. Den Bildband als Buch kann man hier bestellen. Asien nach unseren Reisen nach &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/?p=1773\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-1773","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}