{"id":139,"date":"2014-03-22T11:36:58","date_gmt":"2014-03-22T10:36:58","guid":{"rendered":"http:\/\/d800fotos.wordpress.com\/?p=139"},"modified":"2014-03-22T11:36:58","modified_gmt":"2014-03-22T10:36:58","slug":"globalisierung-trifft-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.d80fotos.de\/?p=139","title":{"rendered":"Indien &#8211; Globalisierung trifft Tradition"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_140\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-089.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-140\" class=\" wp-image-140\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-089.jpg?w=584\" alt=\"Web-Show-Places-089\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-089.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-089-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-089-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-140\" class=\"wp-caption-text\">Der Man Sagar Lake in Jaipur im Morgendunst<\/p><\/div>\n<p>Indien \u00fcbt durch seine Religion und Kultur eine gro\u00dfe Anziehungskraft aus. Dar\u00fcber ist schon viel geschrieben worden, wir wollen den Beschreibungen der Highlights der Sehensw\u00fcrdigkeiten in Agra und Rajasthan nicht eine weitere hinzuf\u00fcgen. Wer \u00fcber die einzelnen Sehensw\u00fcrdigkeiten Hintergrundinformationen lesen will, findet Vieles im Internet.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung der Reise haben wir versucht unsere Vorstellungen von Menschenrechten, unsere christliche Pr\u00e4gung, unsere Vorstellungen von Wohlstand und Armut und unsere emanzipatorischen Vorstellungen zu Hause zu lassen, um das Gesehene und Erlebte nicht zu beurteilen und m\u00f6glichst frei vom westlichen Wertekanon erleben zu k\u00f6nnen. Mit diesem Vorsatz und dem Wissen, dass dies nicht vollst\u00e4ndig gelingen kann, haben wir die Rundreise angetreten. <!--more--><\/p>\n<p>Der Bildband zur Reise wurde jetzt ver\u00f6ffentlicht und kann bei Lulu bestellt werden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lulu.com\/commerce\/index.php?fBuyContent=16094839\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/static.lulu.com\/images\/services\/buy_now_buttons\/de\/gray.gif?20150114083045\" alt=\"Support independent publishing: Buy this book on Lulu.\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir erlebten auf einer Privatreise mit Fahrer und Guide die Millionenstadt New Delhi (11 Millionen Einwohner) mit den mit anderen Metropolen dieser Welt verwechselbaren Angeboten, eine hohe Luftverschmutzung, einen Verkehr nahe am Kollaps, der aber dann doch nicht stattfindet, dem durch Kolonialbauten gepr\u00e4gtem Regierungsviertel, das einen imperialen Anspruch vermittelt, die Viertel mit verslumten Bewohnern neben den in der Mogulzeit erstandenen pr\u00e4chtigen Bauwerken mitten in gepflegten Parkanlagen und vielen B\u00e4umen.<\/p>\n<p>Die Engl\u00e4nder haben den Indern neben Infrastruktur, das Prinzip der Gewaltenteilung hinterlassen, das Land auch ausgebeutet und Kriege gef\u00fchrt, ihnen aber auch den Weg zur Demokratie geebnet. Allerdings haben sie ihnen auch eine B\u00fcrokratie hinterlassen, die die Inder wahrlich perfektioniert haben. Wir hatten den Eindruck, dass alles was kompliziert zu machen ist, auch kompliziert gemacht wird, von den Kontrollen an den Flugh\u00e4fen nicht zu sprechen.<\/p>\n<div id=\"attachment_166\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-009.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-166\" class=\" wp-image-166\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-009.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-009\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-009.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-009-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-009-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-166\" class=\"wp-caption-text\">In Neu Delhi: Menschen \u00fcber Menschen, dichtester Verkehr<\/p><\/div>\n<p>Der erste Eindruck einer indischen Millionenstadt, den wir schon bei einer fr\u00fcheren Reise in Mumbai gewinnen konnten best\u00e4tigte sich hier: Menschen \u00fcber Menschen, dichtester Verkehr, Sch\u00f6nheit neben Elend, westliche Einfl\u00fcsse neben archaischen Lebensmodellen, Werbung und Glitzerwelt neben f\u00fcr westliche Augen unvorstellbaren Dreck, M\u00fcll und verslumten Bewohnern. Wir erlebten Agra (1,5 Millionen Einwohner) im Bundesstaat Uttar Pradesh mit ca. 800 Menschen pro qkm, der h\u00f6chsten Bev\u00f6lkerungsdichte Indiens und Rajasthan. Wir besuchten ein Land mit 1,2 Milliarden Menschen und einer Lebenserwartung von ca. 64 Jahren. In Uttar Pradesh bewegten wir uns in einem Bundesstaat mit 199 Millionen Menschen, wir sahen die Millionenst\u00e4dte Agra (1,5 Millionen), Jaipur (3 Millionen, die gleiche Gr\u00f6\u00dfenordnung wie Berlin) und Jodphur (1 Million). Im Bundesstaat Rajasthan, der ungef\u00e4hr so gro\u00df ist wie Deutschland und auch die \u00e4hnliche Bev\u00f6lkerungsdichte von ca. 200 Menschen pro qkm aufweist &#8211; allerdings mit ca. 40 Prozent W\u00fcste -, fuhren wir ca. 1.600 km, in Uttar Pradesh 250 km. Allein diese Gr\u00f6\u00dfenordnungen zeigen schon die Unm\u00f6glichkeit Indien auf einer Reise voll zu erfassen. Unsere Privatreise hat uns aber erm\u00f6glicht einen Zipfel dieses faszinierenden Landes zu sehen, intensiv zu erleben und anzufangen zu verstehen, was die Faszination ausmacht.<br \/>\nIn Nordindien \u00fcberwiegen au\u00dferhalb der St\u00e4dte weite landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen mit lockerem Baumbestand bis hin zu ariden Gebieten, die dann im Norden und an der Grenze zu Pakistan in Dornensteppe und W\u00fcstengebiete \u00fcbergehen. Diese Ver\u00e4nderung der Landschaft vollzog sich sukzessive war aber auf der Fahrt von Jaipur nach Bikaner gut zu sehen. Eine Ausnahme bildet die Aravalli Gebirgskette, die fr\u00fcher voll bewaldet war, heute jedoch wegen der intensiven Nutzung einen gelichteten Baumbestand aufweist und die wir auf der Fahrt nach Jodphur, Deogarh und schlie\u00dflich Udaipur sahen. Auf einer aus der Kolonialzeit stammender Eisenbahnstrecke mit altem Stellwerk und Kurbeltelefon sind wir mit einem offenen Zug von Phulad nach Kamlighat \u00fcber Br\u00fccken und durch Tunnel durch die Berge gefahren begleitet von l\u00e4rmenden Affen, die an der Strecke sitzen und auf die F\u00fctterung aus dem langsam fahrenden Zug warten und von V\u00f6geln, vielen V\u00f6geln. Ein Video gibt einen lebendigen Eindruck dieser Fahrt.<\/p>\n<div id=\"attachment_141\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-256.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-141\" class=\" wp-image-141\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-256.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-256\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-256.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-256-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-256-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-141\" class=\"wp-caption-text\">Mit einem offenen Zug von Phulad nach Kamlighat \u00fcber Br\u00fccken und durch Tunnel<\/p><\/div>\n<p>Die Nationalparks, die wohl die einzigen nicht genutzten Fl\u00e4chen in Indien sind, haben wir nicht besuchen k\u00f6nnen. Der Reichtum des Landes an Bodensch\u00e4tzen wie Kupfer, Zink, Blei und Wolfram, Kalkstein, Dolomit, Steatit, Sandstein, Gips, Granit, Glimmer und Edelsteine war im Vorbeifahren nicht zu sehen, aber die vielen Tonvorkommen, die an Ort und Stelle ausgegraben und zu Ziegeln geformt und gebrannt werden und die vielen Sandstein- und Marmorbr\u00fcche waren un\u00fcbersehbar. In den Tongruben blieben oft durch einen Baum gekr\u00f6nte abenteuerliche T\u00fcrme stehen, die entstanden weil der Ton rundherum abgegraben und der Baum stehen bleiben sollte. Die vielen Lastwagen schienen alle mindestens bis an die Grenze der Belastbarkeit beladen, bei dem einen oder anderen konnten wir uns nicht vorstellen, wieso die Ladung stabil blieb.<\/p>\n<p>Diese Lastwagen waren auch die einzigen, die wir im Stra\u00dfengraben umgekippt oder an Anstiegen gescheitert, gesehen haben. Auf der ganzen Strecke sahen wir keinen einzigen Unfall, obwohl Verkehrsregeln in unserem Sinne nicht beachtet, in den St\u00e4dten sich ein Gewusel von Autos, Motorr\u00e4dern, TucTucs, Karren, Tieren und Menschen quer durcheinander entfaltet und sich erstaunlicherweise immer wieder aufl\u00f6st. Die Ansiedlungen, durch die wir fuhren, boten an den R\u00e4ndern der Durchfahrtsstra\u00dfen kleine Gesch\u00e4fte f\u00fcr alle Bed\u00fcrfnisse des Alltags, \u00fcberall eine Vielzahl von Karren, Marktst\u00e4nden f\u00fcr Gem\u00fcse und Fr\u00fcchte, Tieren, Kamel- und Eselskarren zwischen vielen Menschen, K\u00fchen, Ziegen, Schafen und Hunden. Alles war friedlich, jeder nahm R\u00fccksicht, manchmal passte nur ein St\u00fcck Papier zwischen die einzelnen Verkehrsteilnehmer aber es passierte nichts. Insbesondere die K\u00fche, die mit stoischer Ruhe ihren Platz beanspruchen, wo immer sie beschlossen hatten zu stehen oder zu liegen, erforderten teilweise aberwitzige Ausweichman\u00f6ver.<\/p>\n<div id=\"attachment_142\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-285.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-142\" class=\" wp-image-142\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-285.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-285\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-285.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-285-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-285-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-142\" class=\"wp-caption-text\">Transport von Marmor aus den lokalen Steinbr\u00fcchen.<\/p><\/div>\n<p>Die Vielzahl der Tiere als Teil des Lebens war ein dominanter Eindruck, der uns die ganze Reise \u00fcber begleitete und den wir in anderen L\u00e4ndern noch niemals in dieser Intensit\u00e4t und Vielfalt erlebt haben: die gro\u00dfe Anzahl der Tiere und V\u00f6gel, mitten in den St\u00e4dten. Schw\u00e4rme von V\u00f6geln, die \u00fcber der Stadt kreisen, V\u00f6gel in der Landschaft \u00fcberall, V\u00f6gel inmitten des allgegenw\u00e4rtigen Gewusels. Nektarv\u00f6gel, die an bl\u00fchenden B\u00e4umen in Scharen sitzen, purpurn gl\u00e4nzend und schwirrend, Spechte mit roten und gelben Gefieder, farbenfrohe \u201etreepies\u201c, V\u00f6gel der Familie der Rabenv\u00f6gel laut rufend, Eisv\u00f6gel, riesige Schw\u00e4rme von Schwarzmilanen und unz\u00e4hlige andere. Ziegen, Schafe, Kamele, Hunde, die, so haben wir es erlebt, kein respektiertes Leben haben, sondern nur geduldet werden, sind \u00fcberall zu sehen, B\u00fcffel und eben die K\u00fche, meistens Zeburinder, laufen \u00fcberall herum, selbst Schweine gibt es. Auch sie werden nicht gegessen sondern sind einfach da. Sie sind nicht angebunden. H\u00f6chstens bei den Ziegen, Schafen und Kamelen sieht man manchmal einen Hirten. Jeder wei\u00df, dass die K\u00fche in Indien eine Sonderstellung einnehmen, aber diese stoischen Tiere, die ihre Freiheit offensichtlich nutzen und ihre Stellung in der Kultur kennen, haben uns tief ber\u00fchrt. Den abgewerteten Begriff der \u201egl\u00fccklichen Kuh\u201c fanden wir hier in seinem urspr\u00fcnglichen Sinn best\u00e4tigt; die Tiere werden gemolken und auch gef\u00fcttert und es gibt \u00fcberall Wasserstellen, an denen sie sich bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_143\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-242.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-143\" class=\" wp-image-143\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-242.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-242\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-242.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-242-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-242-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-143\" class=\"wp-caption-text\">Ein Blue Bull am Stra\u00dfenrand<\/p><\/div>\n<p>Ein Land, in dem der Verzehr von Rindfleisch verboten ist und die Mehrzahl der Menschen Vegetarier sind, geht anders mit seinen Tieren um und scheint, auch wenn man esoterische Ansichten nicht teilt, eine andere energetische Ausstrahlung zu haben. Dieses Gef\u00fchl der Einsch\u00e4tzung des Tieres als Mitgesch\u00f6pf hat uns w\u00e4hrend der ganzen Reise begleitet und tief bewegt.<\/p>\n<p>Der Hinduismus, dem 80 Prozent der Inder angeh\u00f6ren, liefert mit der Vorstellung der Wiedergeburt alles Lebendigen die Grundlage des Respekts vor dem Tier, aber auch die Grundlage f\u00fcr das Kastensystem, das die indische Gesellschaft tief pr\u00e4gt. 16 Prozent der indischen Bev\u00f6lkerung werden der Kaste der \u201eUnber\u00fchrbaren\u201c, 8 Prozent der Stammesbev\u00f6lkerung zugeordnet. Beide werden dem unterprivilegierten Teil der Gesellschaft zugerechnet und sozial stark diskriminiert. In der Verfassung werden diese Gruppen durch Quoten gef\u00f6rdert, soziale Programme mit ihren Bildungsangeboten, auch in den l\u00e4ndlichen Gebieten, versuchen die Durchl\u00e4ssigkeit der Kasten zu f\u00f6rdern, haben aber in der traditionellen Gesellschaft zusammen mit den Bestrebungen zur Besserstellung der Frauen (von Gleichstellung kann noch lange keine Rede sein \u2026) immer noch wenig Erfolg und sind politisch stark umstritten.<\/p>\n<p>Im Umgang der Menschen, die verschiedenen Kasten angeh\u00f6ren, erscheint der Unterschied lebendig und auch f\u00fcr Au\u00dfenstehende greifbar. F\u00fcr einen Brahmanen ist ein \u201eUnber\u00fchrbarer\u201c kein Gespr\u00e4chspartner. Das \u201eUnten\u201c und \u201eOben\u201c in der Gesellschaft ist klar geregelt, genauso wie die Stellung der Frau. Selbst im Sonderfall von im Umgang mit westlichen Touristen ausgebildeten Hotelangestellten, wird der Kontakt mit dem m\u00e4nnlichen Touristen vorgezogen. Eine Touristin wird nur angesprochen wenn es denn gar nicht anders geht. Das mag in internationalen Hotels in den St\u00e4dten nicht so deutlich sein, in Rajasthan ist es uns \u00fcberall begegnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_144\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-180.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-144\" class=\" wp-image-144\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-180.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-180\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-180.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-180-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-180-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-144\" class=\"wp-caption-text\">In Luni<\/p><\/div>\n<p>In urbanen gebildeten gepr\u00e4gten Kreisen wird die Ver\u00e4nderung zu sehen sein, denn es gibt viele gut ausgebildete und kluge M\u00e4nner und Frauen in Indien, die die Probleme ihres Landes analysieren und L\u00f6sungswege aufzeigen. Aber das Land ist gro\u00df, agrarisch gepr\u00e4gt, die religi\u00f6se und traditionelle Bindung ist stark und die fl\u00e4chendeckende Bildung aller Schichten insbesondere der M\u00e4dchen sowohl in den l\u00e4ndlichen Regionen als auch in den verslumten Millionenst\u00e4dten steht noch am Anfang. Genauso wie der Widerstand gegen den Verlust von Privilegien, die bei \u00c4nderungen nun mal auftreten. Teilen bedeutet auch, dass der, der \u00fcber mehr Macht verf\u00fcgt, etwas abgeben muss. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse in den Gro\u00dffamilien.<\/p>\n<p>Aber unsere emanzipatorischen Anspr\u00fcche hatten wir ja zu Hause gelassen \u2026<br \/>\nSo nahmen wir ohne Bewertung wahr, wie im agrarisch gepr\u00e4gten Rajasthan die Hauptlast der Versorgung der Familie und die Arbeit auf dem Feld den Frauen auferlegt ist. Sie spielen die Hauptrolle bei der Verbesserung der Impfquote zum Beispiel gegen Polio in den D\u00f6rfern, bei der Vermittlung von Wissen zur Geburtenkontrolle, hygienischen Ma\u00dfnahmen und der Erziehung der Kinder. Gl\u00fccklicherweise geht die Geburtenzahl auch auf dem Land durch die Aufkl\u00e4rungsprogramme zur\u00fcck, die medizinische Versorgung ist immer noch schlecht und die Ern\u00e4hrungslage wird durch die Regenmenge des Monsuns bestimmt. \u00d6ffentliche Schulen gibt es, wenn auch nicht alle Eltern, insbesondere die ganz Armen, ihre Kinder immer noch nicht zur Schule schicken, sondern lieber zum Betteln. \u201eEasy Money\u201c nannte das unser Guide.<\/p>\n<div id=\"attachment_145\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-103.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-145\" class=\" wp-image-145\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-103.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-103\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-103.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-103-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-103-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-145\" class=\"wp-caption-text\">Bettelnde Kinder. &#8222;Easy Money&#8220;.<\/p><\/div>\n<p>Wenn man sich in Indien umsieht, f\u00e4llt auf, dass sehr viele mehr junge M\u00e4nner zu sehen sind als junge Frauen. Das liegt leider daran, dass das die Familien m\u00e4nnlichen Nachwuchs bevorzugen. Das wird \u2013 ganz modern \u2013 durch pr\u00e4natale Geschlechtsbestimmung und nachfolgende Abtreibung, oder altert\u00fcmlich durch T\u00f6tung des weiblichen Nachwuchses erreicht, was nat\u00fcrlich verboten ist, aber immer noch stattfindet. Das gelebte Familienmodell ist die Gro\u00dffamilie, die S\u00f6hne bleiben in der Familie, die M\u00e4dchen wechseln in die Familie des Mannes. Hat eine Familie M\u00e4dchen, verliert sie deren Arbeitskraft und damit ihre Versorgung f\u00fcrs Alter, da ein Sozialsystem westlicher Pr\u00e4gung nur f\u00fcr die Staatsbeamten existiert, alle anderen m\u00fcssen die Altersvorsorge auf freiwilliger Basis leisten. Das ist nat\u00fcrlich nur f\u00fcr die Besserverdienenden der Gesellschaft m\u00f6glich, alle anderen sind auf die Versorgung durch die Familie angewiesen und da spielen die Frauen die entscheidende Rolle. Allerdings wird dieses Modell genauso wie in westlichen Gesellschaften in dem Ma\u00dfe Ver\u00e4nderung erfahren, wie sich die Rolle der Frau von der rechtlosen Familienarbeiterin und Arbeiterin in eine gebildete Arbeitnehmerin mit eigenem Einkommen ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Das wird noch mehrere Generationen dauern, da auch das Modell der von der Familie vermittelten Heirat innerhalb der gleichen Kaste mit allen gesellschaftlichen Regeln wie der Pr\u00fcfung der \u00dcbereinstimmung der Horoskope, der Auftritt des Heiratsvermittlers, die Verhandlungen mit der Brautfamilie \u00fcber die Mitgift, die teilweise astronomische H\u00f6hen erreicht und zum Ruin von Familien f\u00fchren kann, sich mit der St\u00e4rkung der Frauenrolle ver\u00e4ndern werden.<\/p>\n<p>Das Steuersystem Indiens unterscheidet in der Besteuerung von Fraueneinkommen und M\u00e4nnereinkommen in der untersten Einkommenskategorie um Frauenarbeit zu f\u00f6rdern. Das gilt nicht mehr, wenn Frauen mehr verdienen. Es k\u00f6nnte sein, dass dies den Weg in eine St\u00e4rkung der Frauen ebnet wie wir davon \u00fcberzeugt sind, dass diese paradigmatische Ver\u00e4nderung nur aus der Gesellschaft heraus und nicht von au\u00dfen ver\u00e4ndert werden kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_146\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-082.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-146\" class=\" wp-image-146\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-082.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-082\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-082.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-082-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-082-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-146\" class=\"wp-caption-text\">Im Stoffladen in Jaipur<\/p><\/div>\n<p>Die Missachtung der Frau, die sich auch aktuell an den Vergewaltigungen zeigt, liegt tief in der Entwicklung der patriarchalischen Gesellschaft Indiens verankert, verst\u00e4rkt durch den Einfluss der islamischen Gesellschaften, die durch die Mogulherrschaft bis zur Mitte des 19. Jahrhundert andauerten. Die pr\u00e4genden Erscheinungen sind trotzdem die indischen Frauen, die durch ihre farbenfrohe Kleidung \u00fcberall auffallen und sozusagen das Land \u201eerleuchten\u201c. Sie strahlen eine solche Grazie und W\u00fcrde aus, dass man eigentlich meinen m\u00fcsste, sie seien die eigentlichen M\u00e4chtigen im Land.<\/p>\n<p>Nach dieser Reise zudem noch in einer Zeit, in der die Temperatur noch angenehm war, glaube ich nicht mehr, dass der Schleier und die T\u00fccher dem Zweck dienen Frauen vor M\u00e4nnerblicken zu verh\u00fcllen, sondern bin fest davon \u00fcberzeugt, dass sie vor allem dem Zweck haben, den Dreck und den Sand, dem sie durch den Wind st\u00e4ndig ausgesetzt sind, zumindest von den Haaren fernzuhalten. Au\u00dferdem sind die Schleier auch noch ein nicht zu untersch\u00e4tzender Sonnenschutz, unterstreichen die Grazie der Frauen und komplettieren die Kleidung zu einem farblichen Kunstwerk. Wie viel Sorgfalt sie darauf verwenden haben wir mitten im Basar in Bikaner erlebt, wo ich mir habe einen Schleier n\u00e4hen lassen. Die H\u00e4ndler im Bazar sind \u00fcbrigens vorwiegend M\u00e4nner. Die Frauen sitzen stundenlang im Laden und w\u00e4hlen aus, Berge von verschiedenen Saris in allen Farben und die dazu passenden Schleier werden verglichen und zusammengestellt. Die Frauen tun das nicht allein sondern kommen in Gruppen und suchen und w\u00e4hlen aus mit viel Vergn\u00fcgen, Inbrunst und Freude. Diese Lebensfreude steht f\u00fcr eine Leichtigkeit des Lebens, die wir an Indien gemeinhin so anziehend finden.<\/p>\n<div id=\"attachment_170\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-092.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-170\" class=\" wp-image-170\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-092.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-092\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-092.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-092-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-092-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-170\" class=\"wp-caption-text\">Stolze Nord-Inderin nach dem Einkauf<\/p><\/div>\n<p>In Indien einzukaufen ist nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Es gilt die passenden Gesch\u00e4fte zu finden, die von seri\u00f6sen H\u00e4ndeln gef\u00fchrt werden und nicht minderwertige Ware an Touristen verkaufen. Dabei haben wir uns auf unseren Guide verlassen, der uns zum Beispiel einem Stoffh\u00e4ndel und Produzenten vorstellte, der die Globalisierung voll im Griff hat und f\u00fcr franz\u00f6sische und italienische Luxusmarken produziert. Qualit\u00e4t und Muster waren diesen Anspruch entsprechend und wir hatten eine Ahnung davon, wo und wie Luxuswarenhersteller zu welchen Preisen in Indien produzieren lassen. Der H\u00e4ndler hatte allerdings auch schon die europ\u00e4ische Hektik verinnerlicht und war nach einer kurzen Einf\u00fchrung seiner Produkte ins n\u00e4chste Meeting verschwunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_147\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-091.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-147\" class=\" wp-image-147\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-091.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-091\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-091.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-091-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-091-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-147\" class=\"wp-caption-text\">Einer der zahllosen Stoffl\u00e4den. In jeder Stadt gleich.<\/p><\/div>\n<p>Der eigentlich sinnenfrohe Hinduismus hatte aber niemals die Freiheit der Frau zum Thema, sie war niemals gleichberechtigte Partnerin. Im hinduistischen Gesetzbuch Manus steht, dass die Frau ihr Leben lang einem Mann untertan zu sein hat, zuerst ihrem Vater, sp\u00e4ter dann ihrem Ehemann und Sohn. Als Witwe war sie rechtlos.<\/p>\n<p>Der Brauch der Witwenverbrennung entstand ab ca. 700 n.Chr., es gibt verschiedenen Quellen daf\u00fcr, eine der \u00e4ltesten religi\u00f6sen Legitimationen stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. Frauen, die Sati begingen, wurden in hohen Ehren gehalten und teilweise g\u00f6ttlich verehrt, ihre Familie gewann hohes Ansehen. Ab Ende des 16. Jahrhunderts breitete sich die Witwenverbrennung \u2013 Sati \u2013 besonders im Raum von Rajasthan aus und wurde bei den Rajputen immer beliebter. Die Rajputen waren sehr kriegerische St\u00e4mme, die nicht nur gegen die moslemische Mogulherrschaft k\u00e4mpften sondern auch blutige Stammesfehden untereinander f\u00fchrten. Eine interessante Erkl\u00e4rung f\u00fcr das Aufbl\u00fchen des Sati Rituals, besonders in Rajasthan ist, dass aufgrund der st\u00e4ndigen Kriege viele junge M\u00e4nner ums Leben kamen und deren junge Witwen eine Gefahr f\u00fcr die moralische Stabilit\u00e4t der Gesellschaft darstellten. Mit Sati entledigte man sich ihrer. Bei den Moslems wurden zum Abbau eines kriegsbedingten Frauen\u00fcberschusses polygame Ehen eingef\u00fchrt. Ende des 18. Jahrhunderts war die Witwenverbrennung bereits so weit verbreitet, dass sie zumindest in K\u00f6nigsh\u00e4usern verpflichtend war. 1953 verbrannte in Jodhpur die letzte Sati aus dem K\u00f6nigshaus, 1987 eine 18-j\u00e4hrige Witwe, weitere Verbrennungen auch in j\u00fcngerer Zeit sind dokumentiert. Die Verbrennungen sind zwar verboten, aber kommen immer noch vor, da traditionell diese Frauen verherrlicht werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_148\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-136.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-148\" class=\" wp-image-148\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-136.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-136\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-136.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-136-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-places-136-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-148\" class=\"wp-caption-text\">Jaisalmer: Verbrennungsplatz f\u00fcr Brahmanen<\/p><\/div>\n<p>Wir besuchten in Jaisalmer einen Verbrennungsplatz f\u00fcr Brahmanen, der h\u00f6chsten Kaste. Unser Guide erkl\u00e4rte uns wie das vor sich geht: Wenn ein Brahmane stirbt, muss er innerhalb eines Tages verbrannt werden und zwar nur bei Tageslicht. Damit werden speziell daf\u00fcr zust\u00e4ndige Mitglieder einer niedrigen Kaste beauftragt, die die H\u00f6lzer bevorraten und die Technik des Stapels des Scheiterhaufens beherrschen, damit eine gen\u00fcgend hohe Temperatur entsteht. Der Tote wird auf den Scheiterhaufen gebettet und mit Butter \u00fcbergossen. Der \u00e4lteste Sohn oder, falls nicht vorhanden, der \u00e4lteste m\u00e4nnliche Verwandte entz\u00fcndet den Scheiterhaufen. Ist die Verbrennung fortgeschritten, wird von dem Verbrenner mit einem Stock die Sch\u00e4deldecke des Toten durchsto\u00dfen um Verpuffungen zu vermeiden. Bei der Verbrennung sind Frauen nicht zugelassen, \u201esie w\u00e4ren nicht in der Lage, die Zeremonie ohne Tr\u00e4nen und Wehklagen\u201c durchzustehen. Danach wird die Asche eingesammelt, es kann auch in einer Plastikt\u00fcte sein und bei der n\u00e4chsten Gelegenheit im Ganges, der Mutter Ganga, verstreut. Diese Aufgabe kann auch ein weibliches Mitglied der Familie \u00fcbernehmen. Dieses Verstreuen ist nicht mehr zeitkritisch.<\/p>\n<p>Wir hatten die Gelegenheit, ein Dorf jenseits der Touristenstr\u00f6me zu besuchen. Sobald man die Autostra\u00dfe verlassen hat und eine Zeitlang auf einer Piste unterwegs ist, verblasst sozusagen die Zivilisation in der Ferne. Eine greifbare Stille liegt \u00fcber dem Land, Unmengen von V\u00f6geln tirilieren und einige Wildtiere wie die gro\u00dfe Nilgauantilopen und Hirschziegenantilopen stehen auf den abgeernteten Feldern und \u00e4sen. Sie haben zwar ihre Fluchtdistanz fliehen aber keineswegs panisch, da sie nicht gejagt werden. N\u00e4her am Dorf stehen weidende K\u00fche, Zebus, Ziegen, Schafe und Kamele. Die bebauten Felder sind in der Regel mit Dorngestr\u00fcpp eingerahmt um die Tiere fernzuhalten. Ab und zu liegt ein kleines b\u00e4uerliches Anwesen einer Gro\u00dffamilie mit abgetrennten Unterst\u00e4nden f\u00fcr die Tiere, Rundh\u00fctten f\u00fcr die K\u00fcche, zum Schlafen und andere Verwendungen. Wenn diese Anwesen nicht im Dorf liegen, haben sie eine Zisterne, die zugedeckt wird und aus der das Wasser gesch\u00f6pft werden kann. Ob und wie die Zisterne durch Wasserlieferungen aufgef\u00fcllt wird oder sich durch den regen f\u00fcllt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Die H\u00fctten sind aus Lehm gebaut, klassisch mit Stroh oder \u00e4hnlichem gedeckt. Sobald Plastikplanen oder Wellblech verwendet werden, macht das ganze einen \u00e4rmlichen Eindruck was bei den konventionellen H\u00fctten keineswegs der Fall ist. Die Menschen sind sehr freundlich und zugewandt, erz\u00e4hlen bereitwillig und sind stolze Landbesitzer, Bauern und Viehz\u00fcchter, die im Einklang mit der Natur leben.<\/p>\n<div id=\"attachment_149\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-188.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-149\" class=\" wp-image-149\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-188.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-188\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-188.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-188-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-188-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-149\" class=\"wp-caption-text\">Der Innenhof eines Wohnhauses in Luni<\/p><\/div>\n<p>Wenn man das Leben in den D\u00f6rfern sieht, w\u00e4hnt man sich als Teilnehmer einer Zeitreise. Zwar gibt es Motorr\u00e4der, Lastwagen und Autos, manchmal auch stundenweise Elektrizit\u00e4t und Handys, aber gewaschen wird am \u00f6ffentlichen Waschplatz neben all dem Dreck, getrocknet oft nicht auf einer Leine sondern einfach auf den Boden gelegt, geb\u00fcgelt wird mit kohlebefeuerten B\u00fcgeleisen \u2013 die W\u00e4sche wird unheimlich glatt und ordentlich, aber es ist harte Arbeit \u2013 die Hirse, das Hauptnahrungsmittel im Norden wird mit dem Stein gemahlen, gekocht wird oft noch auf Holzfeuern, mit dem Holz, das die Frauen in der Umgebung sammeln und auf dem Kopf heimtragen. Dieser Transport der Beh\u00e4lter auf dem Kopf ringt uns \u2013 obwohl schon oft gesehen &#8211; immer noch gro\u00dfe Bewunderung ab, da es eine perfekte Zentrierung des ganzen K\u00f6rpers voraussetzt, die uns verloren gegangen ist. Das Wasser wird teilweise auf dem Kopf transportiert, wenn in den D\u00f6rfern nur eine \u00f6ffentliche Wasserstelle und keine eigene Zisterne existieren. Die H\u00fctten oder H\u00e4user sind sehr sauber und liebevoll gepflegt, die B\u00f6den bestehen aus Ton vermischt mit Dung, was eine sehr sch\u00f6ne glatte, haptisch wunderbare und gut sauber zuhaltende glatte Fl\u00e4che ergibt. Zumindest in der Trockenzeit. In etwas weiter entwickelten D\u00f6rfern gibt es auch eine Abwasserentsorgung in Sickergruben, die bei uns vor nicht allzu langer Zeit auch noch \u00fcblich waren mit den indischen Toiletten.<\/p>\n<p>Opiumzeremonien werden traditionell von den M\u00e4nnern praktiziert, das Opium wird aber nicht geraucht sondern destilliert mit Wasser verd\u00fcnnt geschl\u00fcrft. Handwerk wird ausge\u00fcbt wie vor Jahrhunderten, f\u00fchrt aber zu guten Ergebnissen wie zum Beispiel die T\u00f6pfer, die in Windeseile auf der ab und zu mit einem Stock angetriebenen Scheibe Gef\u00e4\u00dfe, auch durchaus Gro\u00dfe, produzieren und sie ohne elektronische Temperatursteuerung einfach aufstapeln mit Kuhfladen zudecken und brennen. Schmiede, die auf dem Boden sitzen, ein kleines Feuerchen mit einem Blasebalg in Gang halten und Messer und Hacken schmieden. N\u00e4hen, sticken, weben, spinnen, f\u00e4rben geh\u00f6ren zu den allt\u00e4glichen Verrichtungen, die oft am Stra\u00dfenrand ausge\u00fcbt werden.<br \/>\nDie Sauberkeit in den nicht privaten Bereichen ist in kleinen D\u00f6rfern etwas besser, sobald die D\u00f6rfer gr\u00f6\u00dfer oder st\u00e4dtischer werden liegt au\u00dferhalb der pers\u00f6nlichen Bereiche allerdings alles herum, jeglicher Abfall, viel Plastik, einfach unvorstellbarer Dreck. Die Ausscheidungen der Herbivoren sind dabei noch die angenehmsten. Die Lebensverh\u00e4ltnisse in verslumten Gegenden der St\u00e4dte sind unbeschreibbar. Niemand f\u00fchlt sich verpflichtet, sauber zu machen und die kommunale Verwaltung kommt dieser Aufgabe nicht nach, da die Idee der planm\u00e4\u00dfigen M\u00fcllentsorgung, der Abwasserentsorgung wie auch der Umweltgedanke noch keine Verbreitung gefunden haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_150\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-041.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-150\" class=\" wp-image-150\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-041.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-041\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-041.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-041-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-041-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-150\" class=\"wp-caption-text\">Dreck am Stra\u00dfenrand. Kontrast zu den sauberen Wohnungen und H\u00e4usern.<\/p><\/div>\n<p>Die Verschmutzung der wertvollsten Ressource, des Wassers, erscheint uns auch noch nicht wirklich als Problem mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t wahrgenommen. Wenn es kein sauberes Trinkwasser gibt und kein Wasser zur Bew\u00e4sserung der Felder gibt, hungert das Land. Gibt es genug Wasser ist das Land nahezu unendlich fruchtbar und wenn die Menschen im Einklang mit der Natur die vorhandenen Ressourcen nutzen, ern\u00e4hrt das Land sie. Allerdings ist die Zahl der Menschen, die hereinbrechenden Ver\u00e4nderungen durch die Globalisierung, \u00f6kologische Katastrophen und St\u00f6rung des Gleichgewichts Faktoren, deren auch nur leichte Ver\u00e4nderungen sowohl die Ern\u00e4hrungslage negativ ver\u00e4ndern als auch die Abwanderung in die St\u00e4dte f\u00f6rdern, was dort jedoch zu einer vermehrten Verslumung einer v\u00f6llig verarmten Bev\u00f6lkerung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Indiens K\u00fcche ist f\u00fcr Vegetarier nat\u00fcrlich die Offenbarung. Endlich einmal nicht als Minderheit, f\u00fcr die vielleicht ein oder zwei Gerichte vorgesehen sind, aus dem Vollen sch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen, ist einfach nur wunderbar. Wegen des f\u00fcr nicht assimilierte Europ\u00e4er unvertr\u00e4glichen Wassers mussten wir trotzdem auf manches Obst, zum Beispiel Weintrauben, die in verf\u00fchrerischer Menge und Qualit\u00e4t \u00fcberall angeboten wurden, verzichten und konnten nicht an Stra\u00dfenst\u00e4nden essen. Wir a\u00dfen in den Hotels oder unterwegs in Restaurants, die augenscheinlich auf Touristen eingestellt waren. In den gro\u00dfen Hotels in Delhi konnten wir uns dem Luxus hingeben, aus einem riesigen Buffet indischer Speisen w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen oder im Spezialit\u00e4tenrestaurant des Hotels zu speisen. Allen Hotels gemeinsam waren Angebote von, wir nannten es \u201ekastriertem\u201c, indischem Essen, bei dem die Menge der Gew\u00fcrze sehr reduziert war. Das war besonders dann der Fall wenn die Hotels wenig inl\u00e4ndische G\u00e4ste hatten und sich voll auf Ausl\u00e4nder eingestellt hatten, die zu unserem Entsetzen in einem Land, in dem der Genuss von Rindfleisch verboten ist, blutige Steaks bestellten und mit Pomme Frites verzehrten. Wie wir in Erfahrung brachten, bieten die Hotels solche Gerichte, bei denen es sich nicht um Rindfleisch sondern B\u00fcffel handelt an, um die Nachfrage der G\u00e4ste zu befriedigen. Wie man Indien erleben kann ohne sich auf das so pr\u00e4gende und typische Element des Essens einzulassen, ist uns allerdings nicht klar. Auf Nachfrage erlebten wir immer wieder wie uns voller Freude orts\u00fcblich gew\u00fcrztes Essen gebracht wurde, wenn auch manchmal mit sehr verwunderten Augen. Da wir in etlichen Hotels die einzigen oder eine der wenige G\u00e4ste waren, konnten wir \u00f6fter a la Carte essen, was uns wunderbare kulinarische Erfahrungen beschert hat. Nur in den Hotels in Jaipur und Deogarh war das Essen m\u00e4\u00dfig bis schlecht. An Verdauungsproblemen litten wir \u00fcbrigens nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_151\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-054.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-151\" class=\" wp-image-151\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-054.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-054\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-054.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-054-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-054-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-151\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchst\u00fcck indisch<\/p><\/div>\n<p>Die meisten Hotels in Rajasthan waren Heritage Hotels, umgebaute Rajputenpal\u00e4ste mit teilweise liebevoll und spektakul\u00e4r gestalteten R\u00e4umen und Zimmern. \u201eWohnen wie ein Maharaja\u201c, dieser Slogan gab schon eine leichte Ahnung von dem Prunk dem Aufwand, der in diesen Pal\u00e4sten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts f\u00fcr diese privilegierten Menschen getrieben wurde. Die Pal\u00e4ste sind teilweise auch heute noch im Besitz der Maharajas und werden als Hotels vermarktet. Am besten und f\u00fcr uns am stimmigsten war das als Hotel umgebaute Fort Chanwa Luni, das Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Menschen des umliegenden Dorfes inmitten eines Dorfes bietet. Wir waren eine der wenigen G\u00e4ste des Hotels und einer der als Security angestellten M\u00e4nner f\u00fchrte voller Stolz und Begeisterung durch das f\u00fcr indische Verh\u00e4ltnisse sehr saubere und gepflegte Dorf. Er zeigte das Haus seiner eigenen Familie, seine Frau, seine Kinder, sein Onkel und Tanten, sein Vieh und erz\u00e4hlte stolz und selbstbewusst von seinem Leben. Das f\u00fchlte sich sehr echt und spontan an, er hatte Freude daran und strahlte. Die Fotos dieses Rundgangs wollte er unbedingt sehen und hat sich riesig gefreut, dass wir sie im Hotel auf den PC kopiert haben, wo die ganze Belegschaft sich alles mehrfach angeschaut hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_152\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-075.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-152\" class=\" wp-image-152\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-075.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-075\" width=\"584\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-075.jpg 1024w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-075-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.d80fotos.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/web-show-nature-people-075-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-152\" class=\"wp-caption-text\">Zufrieden und gl\u00fccklich<\/p><\/div>\n<p>Er und seine Familie haben ihr Auskommen und sind zufrieden mit ihrem Leben. Das Fort, im Besitz des j\u00fcngsten Sohnes des Maharaja von Jodphur und seiner Frau haben es so einf\u00fchlsam restauriert, dass die Ahnung der vergangenen Zeiten mit ihrer Pracht am greifbarsten war. Morgens wurden wir von den Trommeln des in der N\u00e4he liegenden Tempels geweckt, bei Sonnenuntergang ging ein Zeremonienmeister mit Weihrauch durch die Anlage und wir f\u00fchlten, dass wir in Indien in einer anderen Zeit sein k\u00f6nnten. In den anderen Hotels entstand diese Entr\u00fccktheitsgef\u00fchl nicht, teilweise durch unsensiblen Umgang, die vielen Kompromisse f\u00fcr Touristen oder die schiere Gr\u00f6\u00dfe des Anwesens so dass nur der imperiale Anspruch der imposanten Geb\u00e4ude \u00fcbrig blieb. Viele der Pal\u00e4ste sind noch im Besitz der ehemaligen Herrscher, etliche von ihnen vermehren als diversifizierte Konzerne ihr Geld auch durch die neue Nutzung des Tourismus.<br \/>\nAuffallend war auf der ganzen Reise die hohe Zahl indischer Touristen, die vielleicht nicht in den teuren Heritage Hotels \u00fcbernachtet haben aber die Sehensw\u00fcrdigkeit quasi im Sturm erobern. Beobachten konnten wir auch, dass sie eine gro\u00dfe Begeisterung und Bewunderung f\u00fcr die Bauwerke hegen insbesondere wenn nicht der Staat die Anwesen pflegt sondern die urspr\u00fcnglichen Herrscherfamilien sie vermarkten. Diese Bewunderung f\u00fcr diese herrschende Kaste, deren Reichtum und Lebensumst\u00e4nde auf dem R\u00fccken der vielen Nicht-Privilegierten entstanden ist, hat uns doch sehr erstaunt. Dabei bedenken muss man allerdings, dass es in Indien niemals eine Revolution gegen die Besitzenden gab, nichts im Sinne einer Revolution zur Angleichung der sozialen Verh\u00e4ltnisse. Das k\u00f6nnen wir nur dadurch erkl\u00e4ren, dass das gottgegebene Hineingeborenwerden in eine Klasse weiterhin gesellschaftlicher Konsens ist und nicht hinterfragt und nach Ver\u00e4nderung schreit.<\/p>\n<p>Unsere Erfahrungen auf dieser Reise machten wir auf folgender Route:<br \/>\n(Online betrachten mit Google-Maps <a title=\"Route\" href=\"http:\/\/www.d800fotos.de\/pdf\/indienreise-route.html\">hier<\/a>.)<\/p>\n<p><strong>Delhi<\/strong><\/p>\n<p>Humayun Grabmal, erbaut von Haji Begum, der Frau des Humayun und zweiten Moguln, Mutter des sp\u00e4teren Modulkaisers Akbar, erbaut in der Mitte des 16. Jahrhunderts<br \/>\nAltstadt und Jama-Moschee, Regierungsviertel mit India Gate, Qutb Minar, Weltkulturerbe<br \/>\nGrab von Ghandi<\/p>\n<p><strong>Agra<\/strong><\/p>\n<p>Taj Mahal erbaut von Mogul Shah Jahan, Rotes Fort, Fatehpur Sikri erbaut von Akbar im 16. Jh.<\/p>\n<p><strong>Jaipur<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;pink&#8220; City, Palast der Winde, Jal Mahal, Amber Fort, erbaut von Raja Shri Maan Singh JI Saheb, einem Rajputen im 16. Jh., Shri Lakshmi Narayan Tempel<\/p>\n<p><strong>Bikaner<\/strong><\/p>\n<p>Laxmi Niwas Palace, Junagarh Fort, erbaut von Raja Rai Singh, einem General in der Armee des Mogul-Herrschers Akbar, 1588-1593, Kamelzuchtfarm<\/p>\n<p><strong>Jaisalmer<\/strong><\/p>\n<p>Heute noch bewohntes Fort auf dem Bergr\u00fccken, gegr\u00fcndet 1156 an der Handelstra\u00dfe zwischen Indien und Zentralasien, Grabmal an Ramgarh Road, Verbrennungsplatz von Brahmanen, Fort Rajwada<\/p>\n<p><strong>Khuri<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jodhpur<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>1459 durch Roa (auch: Rao) Jodha, dem Oberhaupt eines Rajputen-Clans, gegr\u00fcndet. Hauptstadt des m\u00e4chtigen Kriegsstaates Marwar., Meherangarh Fort, Jaswait Thada Mausoleum erbaut 1899<\/p>\n<p><strong>Luni\u00a0\u00a0 \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Jeep Safari, Fort Chanwa Luni<\/p>\n<p><strong>Ranakpur<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Jain Tempel<\/p>\n<p><strong>Deogarh<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Zugfahrt von Phulad nach Kamlighat, Deogarh Mahal<\/p>\n<p><strong>Udaipur\u00a0\u00a0 \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Saheliyon-ki-Bari (Bootsfahrt auf dem Picholasee), Stadtpalast<\/p>\n<h1>Delhi<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-014.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-014.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-014\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Die Jama-Moschee mitten in Alt-Delhi<\/p><\/div>\n<p>Wir begannen unsere Ann\u00e4herung an die architektonischen Sch\u00e4tze in Delhi und die Bauwerke der Mogulkaiser in Nordindien mit dem Humayun Grabmal, das uns auf das architektonische Konzept des Taj Mahal vorbereitete. Auch hier waren schon die Gestaltungsprinzipien der islamischen Baukunst zu erkennen, wenn gleich der wesentliche Baustoff gelber und roter Sandstein aus Rajasthan war. Beeindruckend die Steininkrustationen und Flechtbandintarsien. Hier begegnete uns zum ersten Mal die von schmalen Wasserkan\u00e4len versehene und somit auf den im Koran beschriebenen Paradiesgarten verweisende, geometrisch angelegte Parkanlage im Char-Bagh-Stil. F\u00fcr uns erhellend sind immer wieder die Verbindungen zwischen den Vorstellung verschiedener Kulturen: der Paradiesgarten im islamischen Kulturkreis, der chinesische Garten mit seiner streng geometrischen aber auch geschlossenen Form, die Himmel und Erde symbolisieren und schlie\u00dflich der Hortus Conclusus, ebenfalls mit geometrischer Aufteilung, der im Christentum schlie\u00dflich dem Marienkult zugewiesen wurde. Das Weltkulturerbe Qutb Minar, h\u00f6chster Turmbau der islamischen Welt, Minarett und Sieges- und Wachturm gilt als fr\u00fches Meisterwerk der indo-islamischen Architektur.<br \/>\nIn der Jama-Moschee mitten in Alt-Delhi trafen wir auf ein Ph\u00e4nomen, das nicht nur in Indien sondern auch anderswo in der Welt bei uns zu unguten Gef\u00fchlen f\u00fchrt, wenn die touristische Vermarktung auf ein Gotteshaus, unabh\u00e4ngig vom Bekenntnis, trifft. Betende neben Touristen, das tut nicht gut. Hier nicht, nicht in dieser Moschee und auch nicht im Jain-Tempel von Ranakpur, der mitten in den H\u00fcgeln an wichtigen Wegmarken dieser Religion steht. Er ist aus cremefarbenem Marmor in hinduistischen Architektur gebaut und die S\u00e4ulen und alle Wandfl\u00e4chen sind mit kleinteiligem Figurenschmuck \u00fcberzogen. Der Jainismus hat seine Wurzeln im Brahmanismus, der Vorg\u00e4ngerreligion des Hinduismus und eine seine Prinzipien ist, dass alles Stoffliche beseelt ist, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen oder Wasser. Sie ist eine Minderheitenreligion, der nur 0,4% der Inder angeh\u00f6ren. Gandhis Familie praktizierte den Vishnuismus, eine eher monotheistische Form des Hinduismus, die jegliche Gewalt gegen Lebewesen ablehnt. Die religi\u00f6sen Vorstellungen seiner tief religi\u00f6sen Mutter waren auch beeinflusst vom Jainismus. Ghandi, dessen Grab wir in Delhi besuchten, wird von der Bev\u00f6lkerung tief verehrt. Wir besuchten verschiedene hinduistische Tempel zum Beispiel in Bikaner und Udaipur. Sie waren nicht touristisch vermarktet, und wir konnten bei respektvollem und unauff\u00e4lligem Verhalten die tiefe Religiosit\u00e4t und Spiritualit\u00e4t der Gl\u00e4ubigen, die diesen Tempel besuchen, ersp\u00fcren.<\/p>\n<h1>Agra<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-035.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-035.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-035\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Taj Mahal, durch das Eingangstor<\/p><\/div>\n<p>In Agra n\u00e4herten wir uns dem Taj Mahal von der Flussseite. Es f\u00fchlte sich an wie ein Zeitsprung ein Jahrhundert zur\u00fcck: da lag der Waschplatz am Fluss, mit im Fluss stehenden W\u00e4schern, in der Sonne liegenden W\u00e4schest\u00fccken, mit Ziegen und K\u00fchen, gesch\u00e4ftigen Menschen, prallem Leben, gegen\u00fcber das in leichten Dunst in der Sonne liegende Taj Mahal, ein St\u00fcck davor ein rauchendes Ghat. Leben und Sterben als Einheit, das Leben nur als eine Station auf einem langen Weg empfunden und mit einer spirituellen, uns Europ\u00e4ern nicht vertrauten Eindringlichkeit gepaart mit lebendiger Gesch\u00e4ftigkeit, die aber kein Gegensatz ist. Das Taj Mahal, bekannt von Tausenden Fotos, pr\u00e4sentierte sich uns am n\u00e4chsten Morgen in strahlendem Licht, als Grabmal genauso \u00fcberirdisch wirkend wie es von seinem Erbauer, dem Mogul Shan Jahan in vollendeter Symmetrie getreu islamischer Architekturprinzipien geplant worden war. Das rote Fort, Festungs- und Palastanlage, Weltkulturerbe unter dem Mogul Akbar 1596 begonnen und st\u00e4ndig erweitert besticht durch seinen halbmondf\u00f6rmigen Grundriss und seiner teilweise 21 Meter hohen und mehr als 2 km langen Umfassungsmauer. Die Mauer besteht in ihrem Kern, wie die Mehrzahl der umschlossenen Geb\u00e4ude, aus Ziegelstein und ist mit roten Sandsteinplatten verkleidet, von denen der Name herr\u00fchrt. Im Innern befinden sich repr\u00e4sentative Palastbauten aus der Zeit Shah Jahans sowie Moscheen und G\u00e4rten. Der Baustil vereint in harmonischer Weise Elemente islamischer und hinduistischer Baukunst. Aus einem Teil des Palastes konnte Shah Jahan das Taj Mahal sehen, nachdem er von seinem Sohn nach dessen Machtergreifung 1658 dort bis zu seinem Tod 1666 eingesperrt worden war. Als Dank an einen in Sikri lebenden Sufi-heiligen und Seher f\u00fcr die Prophezeiung der Geburt von S\u00f6hnen wurde Fatehpur Sikri von Akbar erbaut aber schon nach 14 Jahren wegen Wassermangels wieder verlassen. Akbar gilt als bedeutendster Herrscher, betrieb eine Politik religi\u00f6ser Toleranz im Dialog mit Vertretern der wichtigsten Glaubensrichtungen. Akbar heiratete als erster Mogul-Herrscher eine hinduistische Rajputen-Prinzessin aus Amber und schaffte die den Nicht-Muslimen auferlegten Sondersteuern ab und festigte seine Herrschaft indem er, oft durch Eheschlie\u00dfungen, die Loyalit\u00e4t lokaler F\u00fcrsten gewann und f\u00fchrte ein effizientes Steuersystem ein.<\/p>\n<h1>Jaipur<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-086.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-086.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-086\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Jalis, Gitterfenster am Palast der Winde<\/p><\/div>\n<p>Die Stadt besticht durch ihr einheitliches Stadtbild in hellem Terrakotta, als \u201epink\u201c w\u00fcrden wir das nicht bezeichnen. Der ber\u00fchmte Hawa Mahal, der Palast der Winde, enth\u00e4lt in der Fassade zur Stra\u00dfe 953 kleine, kunstvoll gestaltete und vergitterte Fenster, die eine st\u00e4ndige, ein wenig k\u00fchlende Luftzirkulation gew\u00e4hrleisten. Die Gitterfenster, Jalis genannt, erm\u00f6glichten es den Frauen des Hofes, unbeobachtet das Treiben auf der Stra\u00dfe zu verfolgen. Au\u00dferhalb der Stadt liegt das Amber Fort, eine Mischung aus hinduistischer und Mogul Architektur erbaut 1592 durch Maharaja Man Singh, einem alliierten F\u00fcrsten des Moguls Akbar. Amber war der Name eines der drei gro\u00dfen Rajputen-F\u00fcrstent\u00fcmer. Die ausgedehnte Palastanlage, die Zeugnis der kunstvollen Rajputen-Architektur ablegt, liegt zusammen mit einer auf den umgebenden Bergr\u00fccken umlaufenden Mauer und mit dem wesentlich \u00e4lteren Jaigarh Fort auf dem Gipfel auf einem Bergr\u00fccken und spiegelt sich malerisch im Wasser des Maoto Sagar Sees. Dort liegt auch der Garten, der in hinduistischen Palastanlagen urspr\u00fcnglich nicht vorkam aber aus der islamischen Mogularchitektur als Verk\u00f6rperung des Paradieses \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n<h1>Bikaner<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-116.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-116.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-116\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Das Junagarh Fort aus gelbem Marmor<\/p><\/div>\n<p>Bikaner liegt am Rande der W\u00fcste Thar und ist eine Stadt mit \u00fcber 600 000 Einwohnern. Sie wurde 1488 von Rao Bikaji, einem nicht erbberechtigter Sohn des Herrschers von Jodphur aus dem Clan der Rathor-Rajputen, gegr\u00fcndet. Ab Ende des 16. Jahrhunderts bauten und erweiterten Raja Singh und seine Nachfolger den Stadtpalast, das Junagarh Fort aus gelbem Marmor. Das Fort gilt mit den filigranen Lackarbeiten, Spiegel- und Glaseinlagen und Wandmalereien ausgeschm\u00fcckt, als einer der am besten erhaltenen Rajputen-Pal\u00e4ste. Nahe bei Bikaner liegt eine Kamelzuchtfarm, in der die Kamele verschiedener Rassen besonders f\u00fcr Aufgaben im der Armee gez\u00fcchtet werden. Auf dem Weg von Bikaner nach Jaisalmer ist die Pr\u00e4senz des Milit\u00e4rs un\u00fcbersehbar, die die nahe Grenze zu Pakistan unter anderem auch mit einer Kamel-Kavallerie sichert. Der Nachbarstaat wird als permanente und virulente Bedrohung empfunden.<\/p>\n<h1>Jaisalmer<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-142.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-142.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-142\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Das Fort liegt auf dem 120 Meter langen und 500 Meter breiten Trikuta-Felsen zusammen mit dem innerhalb der Festung gelegenen historischen Stadtkern.<\/p><\/div>\n<p>Jaisalmer liegt inmitten der W\u00fcste Thar und konnte nur wachsen, seitdem ein neuer Kanal die Wasserversorgung sichert. Das Fort wurde als mittelalterliche Festung gegen muslimische Eroberer aus gelbbraunem Sandstein erbaut, die ihr den Beinamen \u201egoldene Stadt\u201c eintrug und liegt auf dem 120 Meter langen und 500 Meter breiten Trikuta-Felsen zusammen mit dem innerhalb der Festung gelegenen historischen Stadtkern. Die g\u00fcnstige Lage der Stadt an der Seidenstra\u00dfe brachte ihr Reichtum, der sich in den Havelis, von reichen H\u00e4ndlern errichteten Handelsh\u00e4usern, spiegelt. Die Stadt verlor ihre Bedeutung als Mumbai zur Hafenstadt wurde, die Spaltung des Landes 1947 vollzogen und der Warenverkehr mit Pakistan zum Erliegen kam. Da sie wegen ihrer Grenzlage strategische Bedeutung hat, wurde sie durch Stra\u00dfen, Eisenbahnen und einen Milit\u00e4rflughafen weiter erschlossen. Die Stadt hat heute ca. 60 000 Einwohner. Die Stadt mit der Festung auf dem Bergr\u00fccken liegt verst\u00e4rkt durch die den gelbbraunen Farbton des Sandsteins hingegossen in die w\u00fcstenhafte aber farblich perfekt abgestimmte Umgebung. Der kleine See unterstreicht noch die Wirkung einer nahezu Fata Morgana haften Erscheinung. Die historische Altstadt ist, wenn auch perfekt erschlossen, ein Genuss f\u00fcr mittelalterliche Kulissen liebende Touristen. Die Ausstrahlung ist jedoch stimmig, insbesondere die malerisch gekleideten Frauen der Tribes, die aus dem umgebenden D\u00f6rfern nach Jaisalmer kommen, verst\u00e4rken erneut den Eindruck des Zeitsprungs in eine l\u00e4ngst vergangene Epoche.<\/p>\n<h1>Khuri<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-167.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-nature-people-167.jpg?w=584\" alt=\"Web-show-nature-people-167\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Warten auf Touristen<\/p><\/div>\n<p>Der Besuch in Khuri hat uns wegen der heftigen touristischen Ausrichtung nicht \u00fcberzeugt und der Kamelritt in die D\u00fcnen geh\u00f6rte nicht zu den H\u00f6hepunkten dieser Reise, obwohl die Landschaft bei richtigem Licht und zur richtigen Zeit durchaus beeindrucken kann.<br \/>\nAuf der Fahrt von Jaisalmer nach Jodhpur erlebten wir die Ver\u00e4nderung der Landschaft von W\u00fcste und Dornensteppe mit maximal 200mm Niederschlag im Raum zu Gebieten, in denen doppelt so viel Regen f\u00e4llt und es schon wieder einzelne B\u00e4ume gibt. Aber erst als das Aravalli-Gebirge weiter im S\u00fcdosten von Jodphur erreicht war, waren sowohl Landschaft als auch Vegetation markant ver\u00e4ndert, da in der h\u00fcgeligen Landschaft das dann humide Klima die Ausweitung der W\u00fcste in Richtung Osten und Ganges-Tal verhindert.<\/p>\n<p><strong>Jodphur<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-160.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-160.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-160\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Das Mehrangarh Fort<\/p><\/div>\n<p>Das Mehrangarh Fort, hoch auf einem Felsen \u00fcber der Stadt gelegen, die durch ihren zwar nicht einheitlichen aber doch deutlich wahrnehmbaren blauen Anstrich der H\u00e4user eine besondere Stimmung ausstrahlt, ist eine m\u00e4chtige Residenz. Die Rathore Krieger, die dieses Fort erbauten und mehr als 1000 Jahre herrschten, w\u00e4hnten sich von der Sonne abzustammen. Sie nannten ihr Reich Marwar und waren vor allen Dingen sehr kriegerisch.<\/p>\n<h1>Udaipur<\/h1>\n<div style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-209.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/d800fotos.files.wordpress.com\/2014\/03\/web-show-places-209.jpg?w=584\" alt=\"web-show-places-209\" width=\"584\" height=\"388\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Einde Kuppel des City Palace des Maharana von Udaipur<\/p><\/div>\n<p>Nach dem Besuch im Jain-Tempel in Ranakpur, der Zugfahrt in den Aravalli Bergen und der \u00dcbernachtung in einer grandiosen Suite im Palast in Deogarh mit einem traumhaften Blick \u00fcber das St\u00e4dtchen besuchten wir als letzte Station Udaipur. Die Stadt mit ca. 450 000 Einwohnern liegt malerisch am k\u00fcnstlich angelegten Pichhola See, in dessen Mitte ein durch Dreharbeiten bekanntes Hotel liegt und an dessen Ufer sich der gigantische City Palace des Maharana (gro\u00dfer Krieger) von Udaipur, dem Oberhaupt des Hauses Mewar, befindet, der heute teilweise Hotel, teilweise Museum ist. Im Palast befindet sich auch ein besonders sch\u00f6ner Spiegelsaal, ein Shish Mahal, den alle rajputischen Palastanlagen besitzen aber dieser ist besonders opulent. Eine einzige Lichtquelle konnte damals auf Grund der Spiegel einen ganzen Raum erhellen. Es sind eine Reihe von hochwertigen Miniaturgem\u00e4lden zu sehen, es gibt Gem\u00e4lde, die mit einer zeitlichen Verlaufsform zum Beispiel einer Jagd spielen und den einzigen zu erlegenden B\u00e4ren mehrfach in zeitlicher Reihenfolge darstellen. Mit einer kleinen Bootsfahrt erreicht man den Wasserpalast Jag Mandir, dessen Anlegestelle von gro\u00dfen wei\u00dfen Marmorelefanten flankiert wird und einen wunderbaren Blick auf die Stadt bietet.<\/p>\n<p>Wir beginnen und enden die Fotodokumentation, bestehend aus den Sammlungen Menschen, Landschaft, Tieren und Forts und Pal\u00e4ste der Mogul- und Rajputenherrscher, mit dem Zeichen <strong>Om (\u0950)<\/strong>, dem umfassendsten und erhabensten Symbol der hinduistischen Metaphysik, zusammen mit dem Gl\u00fccksymbol Swastika.<\/p>\n<h1>Unser Fazit<\/h1>\n<p>Worte erfassen wir mit dem Verstand, Fotos mit dem Auge, was unsere Emotionen st\u00e4rker anspricht. Damit verbinden wir Ratio und Gef\u00fchl, aber auch damit l\u00e4sst sich Indien noch nicht erfassen. Es ist viel mehr als in anderen L\u00e4ndern n\u00f6tig, Eindr\u00fccke mit allen Sinnen hinzuzunehmen um eine Ahnung der Faszination dieses Landes zu erhalten. Den Duft und die Stille, die Ger\u00e4usche und die Andacht, die W\u00fcrde und das Elend k\u00f6nnen auch die Fotos nicht vollst\u00e4ndig wiedergeben. Und nur alles das zusammen macht Indien aus, so wie wir es erlebt haben.<\/p>\n<p>Alle Bilder gibt es auf <a href=\"http:\/\/www.d800fotos.de\">www.d800fotos.de<\/a><\/p>\n<p>Text: Edith Gottwald; Fotos: Volker Gottwald<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indien \u00fcbt durch seine Religion und Kultur eine gro\u00dfe Anziehungskraft aus. Dar\u00fcber ist schon viel geschrieben worden, wir wollen den Beschreibungen der Highlights der Sehensw\u00fcrdigkeiten in Agra und Rajasthan nicht eine weitere hinzuf\u00fcgen. 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